26. Literatur Tage Lauf: LesArt 2021

Herzlich willkommen bei den 26. Literatur Tagen Lauf, der LesArt 2021!

Alle Lesungen sind dieses Jahr als Hybridveranstaltungen geplant: Sie finden mit kleinem Live-Publikum in der Stadtbücherei Lauf statt und stehen zusätzlich online als Livestreams zur Verfügung.

Die 26. Literatur Tage Lauf finden im Rahmen der laufer.lichtblicke.21 statt und sind Teil der Fränkischen Literaturtage LesArt in Kooperation der Städte Ansbach, Lauf und Schwabach. Hier geht’s zum Programm der LesArt Schwabach und Ansbach. In allen drei Städten zu Gast sein werden dieses Jahr Lena Gorelik und Alena Schröder. Andreas Föhr wird in Lauf und Schwabach lesen.

Lena Gorelik (Foto: Charlotte Troll)

9.11.2021, 19.30 Uhr

Lena Gorelik: Wer wir sind

Ein autobiographischer Roman, der zeigt, dass die Identität gerade im Zwiespalt zwischen Stolz und Scham, Eigensinn und Anpassung, Fremdsein und allem Dazwischen stark wird. Er erzählt, wie eine Frau zu sich findet – und wer wir im heutigen Deutschland sind.

„Ich glaube definitiv, dass es stark macht“, sagt Schriftstellerin Lena Gorelik über ihren Kampf ums Ankommen in Deutschland. Immer wieder auf die Nase zu fallen, immer und immer wieder aufzustehen, sich durchzukämpfen, nicht aufzugeben, Verantwortung zu übernehmen. Die in Russland geborene jüdische Autorin lebt seit ihrem 12. Lebensjahr im Schwäbischen und sieht ihre Lebensgeschichte heute als Kraftquelle.

Beim Schreiben über ihre Herkunft weitete sich ihr Blick auf die Familiengeschichte. Der eigenen, kindlichen Perspektive fügten sich weitere hinzu: die der Eltern, der Großmutter, der russischen Verwandtschaft. Dadurch wuchs die Erkenntnis: Die Kraft und die Stärke, die sie brauchte, um ihren Weg zu gehen, hat ihren Ursprung in der Liebe und tiefen Verbundenheit ihrer Familie, in Gefühlen, die irgendwann gepflanzt worden sind und für immer bleiben.

Andreas Föhr (Foto: Jana Kay)

10.11.2021, 19.30 Uhr

Andreas Föhr: Unterm Schinder

Im neuen Band der beliebten Krimi-Reihe mit dem Ermittlerduo Wallner & Kreuthner kommen Fans von intelligenten Fällen, schwarzem Humor und bayrischem Lokalkolorit wieder voll auf ihre Kosten. Auf der Zutatenliste stehen diesmal: ein tödliches Geheimnis, eine ermordete Witwe und Kreuthners bewegte Vergangenheit.

„Dass Juristen oft ein grauenhaftes Deutsch schreiben, ist leider wahr, aber nicht zwangsläufig“, schmunzelt der gelernte Jurist und Drehbuch- sowie Krimi-Autor Andreas Föhr. Auf ihn selbst trifft es jedenfalls nicht zu: Aus seiner Feder fließt purer Lesespaß, seine Bücher sind seit Jahren Stammgäste unter den Top 10 der Bestseller-Listen.

Polizeiobermeister Leonhardt Kreuthner hat sich etwas ganz Spezielles einfallen lassen, um eine attraktive neue Kollegin zu beeindrucken: einen nächtlichen Einbruch samt Schießerei, aus der Kreuthner die Neue heldenhaft retten wird. Das Ganze soll natürlich fingiert sein. Doch der abgelegene Hof, den er sich für seine Show ausgesucht hat, wird just in derselben Nacht zum Tatort eines wirklichen Verbrechens. Statt Platzpatronen fliegen dem Polizeiobermeister plötzlich echte Kugeln um die Ohren. Und dann gibt es auch noch eine Leiche in der Kühltruhe…

Isabel Bogdan (Foto: Heike Blenk)

11.11.2021, 19.30 Uhr

ENTFÄLLT

Isabel Bogdan: Laufen & Mein Helgoland

Aus persönlichen Gründen muss die Hamburger Autorin Isabel Bogdan ihre Lesung absagen. Sie soll im kommenden Jahr nachgeholt werden. Ein konkreter Termin steht allerdings noch nicht fest.

Bereits gekaufte Tickets für die Lesung am 11.11.2021 in der Stadtbücherei Lauf behalten ihre Gültigkeit und berechtigen zum Besuch der Veranstaltung mit Tommie Goerz. Wer das nicht möchte, kann seine Karten ab 30.10.2021 in der Stadtbücherei Lauf zurückgeben und bekommt das Eintrittsgeld erstattet. Eine Rückgabe bei den Vorverkaufsstellen oder über Reservix ist nicht möglich.

Laufen atmet den schnellen Sound der Bewegung, des Laufens der Protagonistin, die nach einem Schicksalsschlag zuerst gegen die Trauer an-, dann mit ihr mit und ihr schließlich davon läuft. Es wird ein Weg zurück ins Leben. Man möchte sofort rein in die Joggingschuhe und loslaufen… Vielleicht nach Helgoland?

„PS: Mir geht’s gut. Ich mag nur nicht mehr. Ich will nicht mehr vernünftig sein“, schrieb Isabel Bogdan im Herbst 2020 in ihrem Blog. Doch dann hatte sie das Glück, mit einem Buch über die Insel beauftragt zu werden, die ihr Schreib- und Zufluchtsort ist: Mein Helgoland ist eine Liebeserklärung an Deutschlands einzige Hochseeinsel. Und weil Isabel Bogdan so gern zum Schreiben nach Helgoland fährt, hat sie beim Schreiben über Helgoland auch übers Schreiben geschrieben.

Dass sie den Kampf mit Wörtern und Sätzen, die tägliche Suche nach dem Sprachrhythmus und der passenden Perspektive beherrscht, hat die Autorin und Übersetzerin vielfach bewiesen. Sowohl in ihrem Debüt Der Pfau als auch im zweiten Roman Laufen (beides Bestseller) beweist sie ihre originelle sprachliche Handschrift, die von Stimmungen und Emotionen lebt, ohne dafür Vergleiche oder Metaphern bemühen zu müssen.

Tommi Goerz (Foto: Jacco Kliesch)

11.11.2021, 19.30 Uhr

Ersatzveranstaltung

Tommie Goerz: Meier

Tickets in der Stadtbücherei Lauf und an der Abendkasse!

Der Grandseigneur des Frankenkrimis verspricht einen unterhaltsamen und humorigen Streifzug durchs Fränkische mit Passagen aus verschiedenen Kommissar-Behütuns-Krimis, Anekdoten und natürlich Meier, dem preisgekrönten Krimi, der 2021 mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet und von der FAZ als Krimi-Entdeckung des Jahres 2020 gefeiert wurde.

„Franken ist so ein schöner Landstrich, der hat es auch verdient, in Mordsgeschichten verwickelt zu werden“, dachte sich Tommie Goerz und erfand 2010 den urfänkischen Nürnberger Kommissar Friedemann „Friedo“ Behütuns, der seither erbarmungslos im Fränkischen ermittelt. Mitfühlend und eigensinnig stöbert er seine nicht selten „mumpflerden“ Zeitgenossen noch in der letzten „Werdschaffd“ auf und löst mit Witz und Raffinesse auch die kniffligsten Fälle.

Tommie Goerz, der im wahren Leben Marius Kliesch heißt, ist als gebürtiger Erlanger und überzeugter Frankenliebhaber ein versierter Kenner des Milieus, in dem seine literarischen Werke angesiedelt sind. Der promovierte Soziologe war viele Jahre lang in der Werbebranche tätig, gewann haufenweise Kreativpreise, managte den Wahlkampf von Ulrich Maly, war Lehrbeauftragter an der Hochschule und ehrenamtlicher Hüttenwirt im Tessin. Nun braut er als Rentner im Garten sein eigenes Bier – „natürlich Dunkles!“ – und schreibt einen Bestseller nach dem anderen, aus purem Spaß an der Freude. Für seinen schonungslosen Krimi Meier wurde er 2021 mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet und von der FAZ als Krimi-Entdeckung des Jahres 2020 gefeiert.

Alena Schröder (Foto: Gerald von Foris)

12.11.2021, 19.30 Uhr

Alena Schröder: Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid

Als die Großmutter als Erbin eines von den Nationalsozialisten geraubten Kunstwerkes ausgewiesen wird, begibt sich Hannah auf die Suche: Warum weiß sie nichts von ihrer jüdischen Familie? Und weshalb weigert sich ihre einzige lebende Verwandte, über die Vergangenheit und besonders über ihre Mutter Senta zu sprechen?

„Bis nächste Woche. Bitte stirb nicht bis dahin, okay?“, verabschiedet sich Hannah im ersten Roman der Journalistin Alena Schröder von ihrer Großmutter Evelyn im Seniorenheim. Die Liebe ist groß, der Umgangston rau und der Alltag von Oma wie Enkelin rollt in beständiger Wiederholung eingespielter Muster vor sich hin. Ein Brief aus Israel verändert alles. Darin wird Evelyn als Erbin eines geraubten und verschollenen Kunstvermögens ausgewiesen. Die alte Frau aber hüllt sich in Schweigen.

Die Spur der Bilder führt zurück in die 20er Jahre, zu einem eigensinnigen Mädchen. Gefangen in einer Ehe mit einem hochdekorierten Fliegerhelden, lässt Senta alles zurück, um frei zu sein. Doch es brechen dunkle Zeiten an…

Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid ist ein atmosphärisch dichtes Buch, das Geschichte – größtenteils Alena Schröders eigene Familiengeschichte – aus der weiblichen Perspektive erzählt: Vier Frauengenerationen, jede geprägt von einschneidenden Lebensbedingungen und Entscheidungszwängen, miteinander verwoben, auseinander strebend und doch untrennbar verbunden.

„Ein Ereignis.“ (taz)

Jenny Erpenbeck (Foto: Katharina Behling)

13.11.2021, 19.30 Uhr

Jenny Erpenbeck: Kairos

Vor dem Hintergrund der untergehenden DDR erzählt Jenny Erpenbeck in ihrer unverwechselbaren Sprache von den Abgründen des Glücks. Als sich Ende der 1980er Jahre in Ostberlin zufällig die 19-jährige Katharina und der deutlich ältere Hans begegnen, verfällt sie dem gefeierten Romanschriftsteller Mitte 50 ebenso hoffnungslos wie er ihr.

„Mit jedem kleinen Schritt, den man tut, kommt ein ganzes Universum hinten nach“, stellte die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck in einem Interview vor einigen Jahren fest. Leben geschieht nicht linear und die Konsequenzen von Entscheidungen werden oftmals erst mit großem zeitlichem Abstand sichtbar. In der griechischen Mythologie ist Kairos der Gott des richtigen Augenblicks, von seiner Stirn hängt eine lange Locke – es gilt, die Gelegenheit beim Schopf zu packen.

Der neue Roman der vielfach ausgezeichneten und international renommierten Autorin beschreibt den Weg zweier Liebender im Grenzgebiet zwischen Wahrheit und Lüge. Er erzählt von Obsession und Gewalt, Hass und Hoffnung. Alles in ihrem Leben verwandelt sich noch in derselben Sekunde, in der es geschieht, in etwas Verlorenes. Die Grenze ist immer nur ein Augenblick.

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