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Sibylle Lewitscharoff

Sibylle Lewitscharoff (c) Stefan Ulrich Meyer

Sibylle Lewitscharoff (c) Stefan Ulrich Meyer

Sibylle Lewitscharoff hat einen bulgarischen Vater und eine deutsche Mutter, kam 1954 in Stuttgart zur Welt und studierte in Berlin Religionswissenschaften. Erstmals in Erscheinung getreten ist Sibylle Lewitscharoff 1998, als sie für eine Passage aus ihrem Debütroman „Pong“ zur Bachmann-Preis-Trägerin gekürt wurde.
Auch ihre Romane „Montgomery“ (2003) und „Consummatus“ (2006) riefen durchweg positive Reaktionen hervor. Seit drei Jahren häufen sich die Ehrungen, zuletzt wurde ihr in diesem Frühjahr der begehrte Buchmessenpreis in Leipzig verliehen, wo sie sich mit ihrer wort- und spottgewaltigen, bizarr abgründigen Roman-Burleske „Apostoloff“ gegen Daniel Kehlmann und Wilhelm Genazino durchsetzen konnte.

„Apostoloff“ ist Roadmovie und Familienstory in einem, eine gleichermaßen scharfzüngige wie urkomische Abrechnung mit einem ungeliebten Vater und seinem Land. Zusammen mit anderen verstorbenen Exilbulgaren war sein Leichnam über 30 Jahre nach seinem Tod in einem skurrilen Konvoi von Stuttgart nach Sofia überführt worden. Nun sind die beiden Töchter auf Sightseeing-Tour durch ein von Postkommunismus, Bausünden und Korruption zerrüttetes Land – zusammengepfercht im Kleinstwagen mit Chauffeur Rumen Apostoloff, der die Schönheiten des Landes zeigen möchte. Während sich die eine Schwester in Apostoloff verliebt, ergießt die andere von der Rückbank aus unentwegt eine bissige Suada auf Land, Leute und ihren Vater samt deutsch-bulgarischer Familiensippe.

APOSTOLOFF, Suhrkamp 2009

Montag, 09.11.2009, 20 Uhr

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