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Herta Müller

Die bedeutende und sprachmächtige Autorin Herta Müller wurde 1953 im deutschsprachigen Nitzkydorf, Rumänien geboren und wuchs unter der Diktatur Ceausescus auf. Von 1973 bis 1976 studierte sie deutsche und rumänische Philologie in Temeswar. Ihr erstes Buch „Niederungen“ wurde nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 siedelte sie nach Deutschland über. Von 1989 bis 2001 war sie Gastprofessorin an Universitäten in England, Amerika, Schweiz und Deutschland, seit 1995 ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Herta Müller, ausgezeichnet mit den renommiertesten Literaturpreisen, lebt in Berlin.

In „Der König verneigt sich und tötet“ erzählt Herta Müller ihre Biografie als die Geschichte ihres Lebens mit der Sprache. Aufgewachsen unter den Bedingungen absoluter Herrschaft erfuhr sie Sprache als Instrument der Unterdrückung, aber auch als Möglichkeit des Widerstands und der Selbstbehauptung gegenüber totalitärer Macht.
Im zweiten Teil des Abends stellt Herta Müller unter dem Titel „Vater adoptierte eine Mütze“ bisher unveröffentlichte selbst geklebte Textcollagen anhand von Dias vor. Seit Jahren schneidet sie auffällige Wörter aus Zeitungsartikeln aus und setzt sie zu absurd-witzigen, eigenwillig poetischen Texten zusammen, die zum Lachen und Nachdenken anregen.

DER KÖNIG VERNEIGT SICH UND TÖTET
Hanser Verlag 2003

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