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Feridun Zaimoglu

Innerhalb der deutschen Gegenwartsliteratur zählt Feridun Zaimoglu zu den exponiertesten Autoren. Er wurde 1964 in Anatolien geboren, kam kurz nach seiner Geburt nach Deutschland und studierte in Kiel Kunst und Humanmedizin, wo er seither als freier Schriftsteller, Journalist, Theater- und Drehbuchautor zuhause ist. Mit seinem 1995 erschienenen, ausgesprochen unterhaltsamen und provokanten Bestseller „Kanak Sprak“ avancierte Feridun Zaimoglu mit einem Schlag zum Kultautor. Der Sprachmix türkischstämmiger Deutscher aus Straßendeutsch und auswärtigem Dialekt, dem der Szenestar erstmals eine authentische Stimme verlieh, ist mittlerweile viel zitiert und parodiert worden. Seitdem ist der charmante Provokateur mit Migrationshintergrund ein gern gesehener Gast in Talkshows, wo man seine eminente Sprachbegabung erleben kann.

Sein sozialkritischer Roman „Abschaum“ (1997) wurde verfilmt und kam als „Kanak Attack“ im November 2000 in die deutschen Kinos. Für die Erzählung „Häute“ erhielt er 2003 den Jury-Preis des Bachmann-Wettbewerbs. Weitere Preise begleiten seinen Lebensweg, allein im letzten Jahr wurden ihm das Stipendium der Villa Massimo und der Adelbert-von-Chamisso-Preis zugesprochen, die höchste Auszeichnung für deutsch schreibende Migranten.

Mit dem viel diskutierten Roman „Leyla“ wendet Feridun Zaimoglu den Blick zurück auf das Land, aus dem er mit seinen Eltern kam. Eine junge Frau aus dem Anatolien der fünfziger Jahre wächst in einer armen, engen Welt auf und siedelt am Ende nach Deutschland über. – Die Vorgeschichte der ersten Einwanderergeneration, die in einer metaphernreichen Sprache – archaisch, sinnenfroh und farbenprächtig – eine fremde Welt aufschließt.

Zaimoglu, Feridun
LEYLA. ROMAN. Kiepenheuer & Witsch 2006
ISBN 3-462-03696-3

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