Home

Eine Kindergang und ein ungewöhnlicher Weihnachtsabend als fesselnder Lesestoff

Zoran Drvenkar im CJT-Gymnasium

„Jedes Buch hat seine eigene Seele und sagt selber, wie es geschrieben werden will“, antwortet Zoran Drvenkar schmunzelnd auf eine Frage aus dem Publikum. Nach diesem Motto hat er bisher alle seine 45 Bücher verfasst. Ganz untypisch schreibt er alles, worauf er gerade Lust hat, und es gibt keine Genres, an die er sich nicht heranwagen würde. Seine Bücher orientieren sich an den Charakteren, die er im Herzen trägt.

1967 in Kroatien geboren und mit drei Jahren nach Berlin umgezogen, interessiert er sich bereits seit seinem zwölften Lebensjahr für das Schreiben, mit dem er – von ungezählten, inzwischen vernichteten Liebesgedichten abgesehen – ernsthaft im Alter von 21 Jahren beginnt. Sechzehn Jahre später veröffentlicht er sein Jugendbuch „Die Kurzhosengang“, welches bei den Schüler(inne)n der 5. Klassen des CJT auf große Begeisterung stößt. Erstaunen ist in den Gesichtern der Schüler zu lesen, als der Autor Näheres zum Hintergrund erzählt. Anfangs bringt er dieses Werk, dessen 4. Band demnächst erscheint, unter dem Namen von zwei erfundenen kanadischen Schriftstellern heraus und behauptet, es sei von Andreas Steinhöfel übersetzt worden. Auf Kanada als Schauplatz fiel seine Wahl wegen seiner Liebe zum Schnee und wegen seines Traums von einer Hütte mit Kamin.  Bis heute hat er es allerdings nicht geschafft, nach Kanada zu fahren. Noch größer ist die Verblüffung der Schüler(innen), als sie erfahren, dass er die Maskerade der zwei kanadischen Schriftsteller zwei Jahre lang aufrecht erhalten konnte und dass Andreas Steinhöfel für seine (nicht geleistete) Arbeit sogar einen Übersetzerpreis verliehen bekam.
Die Mitglieder der Kurzhosengang sind vier sehr unterschiedliche Jungen, deren Namen Zoran Drvenkar ganz bewusst gewählt hat. Schon immer wollte er einen Charakter, der den Namen eines Schokoriegels trägt; so entstand die Figur Snickers. Der Schauspieler Rudolf Valentino diente als Vorbild für den romantischen Rudolpho, der genau das Gegenteil seines Namensgebers, eines Weiberhelden, ist. Der melancholische Island wiederum wird durch seinen Namen als „eine eigene Insel für sich“ beschrieben. Der Name des vierten Jungen, Zement, sagt schon alles über diesen Charakter aus, wie die Textstelle, die der Autor vorliest, dem Publikum deutlich macht. Der darin beschriebene Bandenstreit mit der verfeindeten Pauli-Gang und die Begegnung der vier Jungs mit einem Grizzlybären  veranschaulichen Drvenkars witzigen Schreibstil. Eine lebhafte Stimmung erzeugt der Autor zusätzlich,  indem er seine Lesung stehend abhält und das Gelesene mit passender Gestik und Mimik untermalt.
Lautes Lachen erfüllt das Kellertheater, als er aus seinem Buch „Die Nacht, in der meine Schwester den Weihnachtsmann entführte“ vorliest. Darin schildert er einige recht außergewöhnliche Weihnachtsabende mit seiner verrückten Familie. Dieses Werk kann man momentan leider nicht mehr kaufen.
Nach seiner gelungenen Lesung beantwortet Zoran Drvenkar ausführlich viele Fragen zu seinem Leben, seinen Büchern und seiner Art zu schreiben und signiert lächelnd seine Bücher und Autogrammkarten.

Laura Meier + Magdalena Römischer (Q 11 des CJT-Gymnasiums)

Weiterhin las der Jugendliteraturpreisträger Zoran Drvenkar an der Grundschule Rudolfshof und Kunigunden-Mittelschule.

ZURÜCK
top